Da meine Nähmaschine gerade defekt ist und ich noch auf mein Leihgerät warte, nehme ich mir nun endlich mal die Zeit, euch das nächste Gerät meines Maschinenparks vorzustellen.

Wie einige wissen, ist das nicht meine erste Coverlock. Als erstes wohnte die Elna Easycover (baugleich mit der Janome 2000 CPX) hier. Nach ein bisschen Einarbeitungszeit, kam ich auch wirklich gut mit ihr zurecht. Dann kam ich allerdings auf die Idee, dass ich doch Platz sparen und mir ein Kombigerät anschaffen könnte, das war, kurz gesagt, eine dumme Idee. Das Umbauen geht zwar zügig, nervt aber dennoch und der breite Kombifuß ärgerte mich enorm beim Overlocken kleiner Rundungen. Nun wollte ich natürlich aber auch nicht einfach zurück zur Elna, sondern was NEUES haben! 🙂

Bei meiner Recherche rutschte dann ziemlich schnell die Bernina L220 in mein Blickfeld, die bei allen Tests, die ich gelesen habe, hoch gelobt wurde… Da ich mit meiner Bernina Overlock 700D schon so einen Glücksgriff (nach vielen Fehlkäufen -.-) gemacht hatte, musste ich dann auch nicht weiter überlegen und holte mir ein Angebot bei meinem Lieblings-Händler Nähwelt Flach ein, welches überzeugen konnte. 🙂 Und wie immer traf das Gerät ultraschnell bei mir ein (wieder mal nur ein Tag Wartezeit – ein Traum für einen Ungeduldsmenschen wie mich! :-))!

2016-08-20 18.20.17

Obwohl ich es auf den Bildern schon gesehen hatte, war ich total erstaunt, wie klein und kompakt die L220 ist. Da sie bei uns durchgehend auf dem Esstisch stehen wird, ist das für mich ein großer Pluspunkt – besonders da sie dennoch ein ordentliches Gewicht auf die Waage bringt (das braucht man, damit sie bei Covern nicht über den Tisch wandert) und die Verarbeitung absolut hochwertig wirkt.

Da keine Konen „installiert“ waren und ich natürlich sofort testen wollte, befasste ich mich dann erst einmal mit den Fädelwegen und war sehr erstaunt, dass der Greiferfaden bei diesem Gerät von links kommt. Hinter der Klappe auf der Vorderseite findet man lediglich eine Kurzeinfädelanleitung.

Nachdem ich beim ersten Einfädeln direkt eine Öse übersehen hatte, was natürlich mit Fehlstichen belohnt wurde, warf ich doch mal ein Blick in die Bedienungsanleitung und schaffte es innerhalb kürzester Zeit die Maschine betriebsbereit zu machen und das Probenähen zu starten. Es stellte sich aber recht schnell die Frage „Wozu Probenähen?“ Denn wenn ein Gerät einfach ohne Mucken tut, was es soll, und das noch so gut, wie dieses Maschinchen, kann man sich die Zeit auch sparen und direkt an ein hübsches Projekt gehen! 

Es hat mich wirklich absolut fasziniert, dass man fast nichts an den Grundeinstellungen ändern muss, um auf jedem Stoff eine perfekte Covernaht hinzubekommen. Das Mädel hat jeden meiner Probestoffe problemlos gemeistert, ohne dass ich groß an irgendwelchen Rädchen drehen musste – und auch über Nahtkreuzungen ist sie einfach drüber geglitten. (Bild: Fleece, Jersey, Jeans – lediglich eine Nadelfadenspannung musste ich leicht anpassen)

Der Standard-Nähfuß, der auf den ersten Blick sehr klobig wirkt, bringt als tolles Add on eine flexible Dreiteilung mit, welche Unebenheiten (Stoff auf einer Seite dicker) perfekt ausgleicht. Allerdings verdeckt er durch seine Größe aber auch zum Großteil die Sicht auf das Nähstück, was akurate Ziernähte etwas erschwert (aber nicht unmöglich macht ;-)).

Nachdem ich also an ein paar wenigen Stoffstücken getestet hatte, machte ich mich an das erste „Großprojekt“: Ein Shirt zum Geburtstag eines Freundes!

Und ich muss sagen: Es macht megamäßig Spaß mit diesem Gerät zu arbeiten! 🙂 Einfach die passenden Farben einspannen, an einem kleinen Stoffstückchen testen und eventuell noch ein bissel die Fadenspannung optimieren und loscovern! Ich hatte, ungelogen, seitdem ich korrekt eingefädelt habe, NULL Fehlstiche (egal welcher Stoff, egal welches Garn – von billig bis teuer, war alles dabei!)

Da mein Nähplatz übrigens direkt vor dem Kinderzimmer ist und ich meist nähe, wenn die lieben Kleinen schlafen, spielt Lautstärke eine große Rolle bei meiner Maschinenwahl. Ich hatte vorher schon gelesen, dass die L220 recht leise sein soll. Und das hat sich bei meinem Test zum Glück bestätigt – sie schnurrt wie ein Kätzchen!

Mit dem Bandeinfasser konnte ich mich noch nicht anfreunden, aber ich habe ehrlich gesagt auch erst eine Stunde damit probiert. Sobald ich die richtige Einstellung rausgefunden habe, werde ich den Bericht hier natürlich ergänzen!

Außerdem mache ich mich die nächsten Tage daran, eine Einfädel-Bilderanleitung für euch zu erstellen. Eigentlich war ein Video geplant, aber das wird einfach nicht schön, da die Position aufgrund des interessanten Weg des Greiferfadens ständig gewechselt werden müsste.


1 thought on “Bernina Coverlock L220 – einfach ein traumhaftes Gerät! <3”

Elli . 20. Juni 2017 at 8:35

Hi Feli, jetzt hast Du mich ganz neugierig gemacht. Ich denk jetzt schon längere Zet über eine Cover nach, kann mich aber nicht entscheiden. Ich will ein perfektes Ergebnis und Nähkomfort. Sprich, keine Fehlstiche und genügend Platz zum Arbeiten. Daher die Frage, du kennst den großzügigen Durchlass der Elna EasyCover / Janome Cover Pro und auch den kleinen Durchlass bei der L220. Das einzige was mich an der L220 hindert ist eben dieser kleine Durchlass. Hat dieser Dir bisher Schwierigkeiten bereitet? Hast Du bisher den Bandeinfasser probieren können?
Grüße
Elli

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