Ich habe das unglaubliche Glück, dass ich den neuen Hop Tye testen darf, der seit kurzem im Handel erhältlich ist. Da ich schon ziemlich angetan vom alten Hop Tye war, war die Spannung natürlich groß. Zuerst vergleiche ich die erkennbaren Änderungen und teste dann aus, wie sich das auf den Tragekomfort auswirkt.
Insgesamt ist der Hop Tye etwas massiger geworden. Man hat auf jeden Fall mehr Stoff in der Hand, wenn man ihn zum Transport zusammenrollt. Was mir direkt positiv aufgefallen ist, ist, dass der Hüftgurt aus stabilerem Schaumstoff zu sein scheint, etwas kürzer gehalten und mittig nochmal mit einer Naht verstärkt ist ­ dadurch sollte das Problem gelöst sein, dass der Schaumstoff sich wie beim alten Hop Tye verdrückt und im Stoff verdreht. Außerdem sind die Schulterträger nun breiter geworden. Statt etwa 23 sind sie an der breitesten Stelle ca 30cm. Ich erhoffe mir, dass die Gewichtsverteilung dadurch noch mehr optimiert wurde ­ sehe es aber auch kritisch, dass die Armfreiheit eventuell weiter eingeschränkt werden könnte. Für Hausarbeit war der alte Hop Tye, wie alle Mei Tai Wrapconversions, nämlich nicht so wirklich zu nutzen, da man durch die Besonderheit der über Schulter und Oberarm verlaufenden Träger, die Arme nicht mehr wirklich nach oben strecken kann. Dafür ist die Gewichtsverteilung aber einfach besser als bei normalen Mei Tais, worüber sich der Rücken des Trägers bedankt! Man kann halt nicht alles haben… ;­)

Beim neuen Hop Tye sind zudem auf beiden Seiten der Träger Befestigungen für die Kapuze. Das soll laut Anleitung dafür gut sein, wenn man die Träger kippen möchte.

Weitere Neuerung des Hop Tyes sind, dass die Größenanpassung nun nicht mehr nur am Hüftgurt erfolgt, sondern es zusätzlich auf Pohöhe des Kindes zwei Bändel mit Kordelstopper gibt, die schräg angesetzt sind und so die Möglichkeit bieten, das Rückenteil so zu verkürzen, dass das Kind in perfekter Anhock­Spreiz­Haltung sitzt. Außerdem wurde die seitliche Raffung ­ehemals mit Gummiband gerafft ­ am Rückenteil ebenfalls durch Bändel mit Kordelstoppern ersetzt. Ich hoffe, dass die Beinchen des Kindes dennoch weiterhin so schön locker flockig nach oben gehalten werden, wie beim alten HopTye. Ich erinnere mich da noch an meinen Test eines Konkurrenzprodukts, dass Fio mit bösen Striemen versehen hat. ­

Hinzu gekommen ist auch noch ein Latz unten am Rückenteil. Ich kenne das von manchen anderen Mei Tais, aber mir hat sich anfangs nie ganz der Sinn ergeben. Seitdem Fio schwerer geworden ist, habe ich allerdings das Gefühl, dass, wenn man den Knoten auf diesen Latz setzt, der Sitz während des Tragens besser erhalten bleibt.

Auch die Befestigung des Kopfteils ist neu. Ich hoffe, dass diese etwas intuitiver zu „bedienen“ ist! Außerdem wird versprochen, dass man diese nun auch gerollt oder gerafft als Nackenstütze verwenden kann ­ ich bin gespannt! :­)

Tragetest
Beim Anlegen hatte ich mal wieder mit den extrem langen Trägern zu kämpfen ­ aber das bin ich ja schon gewohnt.* Der Tragekomfort ist wie gehabt genial. Das Gewicht wird durch die aufgefächerten Träger perfekt verteilt ­ aber die Armfreiheit (nur nach oben) wie erwartet eingeschränkt. Die Möglichkeit die Anhock­Spreiz­Haltung mit dem Bändel anzupassen gefällt mir ausgesprochen gut und es entstehen auch, anders als befürchtet, keine Striemen an den Babybeinchen! :­) Schlau ist, dass der Bändel lauter kleine eingenähte Knubbel hat… so verrutscht auch bei Druck nichts, weil der Kordelstopper nicht von alleine über die Knubbel rutschen kann.

Den neuen Hüftgurt finde ich wesentlich besser als den alten. Bisher ist noch nichts verknautscht oder verrutscht und er bleibt schön in Form. Und auch beim Latz habe ich beim Tragen wirklich das Gefühl, dass er den Sitz der Trage, bei meiner inzwischen doch recht schweren Tochter, verbessert! Da der Knoten auf diesem sitzt, kann die Trage nicht mehr so nach oben (und dadurch der Po nach unten) rutschen. Die Größenanpassung am Hüftgurt musste ich nicht wirklich nutzen, da Fio mit ihrem knappen Jahr schon recht lange Beine zu haben scheint. Aber an der Rückenteil­Verkürzung habe ich ein bissel rumgespielt und die funktioniert wirklich gut.

Eine kleine Enttäuschung gab es allerdings ­ die Befestigung des Kopfteils. Leider ist der Bändel am Kopfteil zu kurz und man könnte in nur unter enormen Zug an der vorgesehenen Schlaufe befestigen ­ was Fiona aber nicht mitgemacht hat, da dann ihr Kopf zu sehr an mich gedrückt wurde. Alleine hätte ich das aber sowieso nicht machen können, weil die Schlaufe sich nach dem Binden der Trage auf meinem Rücken befand, und somit unerreichbar für mich, war.

* Schlankeren Damen würde ich empfehlen, diese zu kürzen bzw kürzen zu lassen…­ das erleichtert das Binden enorm und man schleift sie draußen auch nicht ständig im Dreck. Aber bitte dabei bedenken, dass das Kind noch wächst und man dann, sowie für die Rückentragevariante, etwas mehr Trägerlänge braucht als anfangs! Ich benötige bei Kleidergröße 38 etwa 1,75m lange Träger.

Fazit
Trotz des kleinen Fehlers bei der Befestigung des Kopfteils bin ich absolut begeistert vom neuen Hop Tye – denn der Großteil der Neuerungen ist wirklich gut durchdacht und hilfreich! :­) Der Hop Tye wird deshalb sicherlich häufig zum Einsatz kommen und von mir einfach durch eine extra Schlaufe ergänzt (wozu hab ich schließlich eine Nähmaschine!), damit ich das Kopfteil auch nutzen kann!

Ich habe Hoppediz natürlich Rückmeldung zu meinem Test gegeben und die haben meine Anregung dankbar angenommen und kümmern sich derzeit um die Optimierung der Hop-Tye Conversion – besonders der Kopfteilbefestigung. Bald sollten also „perfekte“ Modelle erhältlich sein! 🙂

Categories: AllgemeinTragen

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