Gute Gewichtsverteilung, aber leider mit der Zeit unbequem!

Da meine Tochter mir sehr schnell nach Ihrer Geburt klar gemacht hat, dass der einzig richtige Platz für Sie auf mir ist, war ich innerhalb kürzester Zeit sehr frustriert. Untätig auf der Couch rumlungern ist einfach nicht so meins!

Ich habe mir dann ein elastisches Tragetuch angeschafft, mit dem ich auch recht glücklich war…allerdings störte mich ein wenig das umständliche Binden und der Gedanke mit so vielen Stofflagen bei wärmeren Wetter rumzulaufen (im Winter ist es damit schon gut warm). Meine feste Trage (Marsupi) fand ich dagegen aber nicht so rückenschonend und mein Kind wackelte mir darin auch zu sehr rum. Dafür war sie schnell anzulegen und nicht so warm.

Ich wollte also den Tragekomfort eines Tuchs (für mich und das Kind) und das leichte Anlegen einer fertigen Trage. So kam ich zu den verschiedenen Mei Tai Varianten. In mehreren Foren wurde dann besonders die Version von Hoppediz empfohlen, welche besonders für kleinere Babys geeignet sein soll. Der stolze Preis (ca. 130€ für ein Tuch) hat mich zwar etwas erschrocken, aber dank ebay Kleinanzeigen war ich dann schnell Besitzerin eines fast ungenutzten Modells.

Nach dem ersten Tragen war ich noch total begeistert und dachte „Ja, das ist das, was ich gesucht habe“. Nach zeitlich etwas längeren Test“läufen“ muss ich meine anfängliche Begeisterung allerdings revidieren!

Aber fangen wir von vorne an!

Der Didytai ist aus Tragetuchstoff (meines Wissens Kreuzköperbindung) gefertigt. Der Teil, in dem das Kind sitzt, ist doppellagig, die Bänder sind aus einer Tuchlage. Im Pobereich befindet sich eine Kordel mit der man die Breite der Sitzfläche anpassen kann, um eine korrekte Anhock-Spreizhaltung in jedem Alter zu ermöglichen – ca. 20 bis ca. 40cm sind möglich. Meine Tochter benötigt mit 7,5 Wochen (Größe 56/62) die geringste Breite.

Zum Anlegen des DidyTais in der Neugeborenen-Variante bindet man sich zuerst den Hüftgurt um den Bauch, legt sich dann das Kind auf die Brust, legt den Sitzteil über das Kind und bindet zum Schluss die Träger.

Die Träger des DidyTais, welche gerafft an das Sitzteil genäht sind, werden über die Schultern aufgefächert und dann als recht breite Tuchbahn auf dem Rücken gekreuzt. Vorne kreuzen sie sich dann wieder, diesmal als schmale Tuchbahn, um dann auf dem Rücken verknotet zu werden. Durch die Auffächerung über die Schulter und die breite Tuchbahn auf dem Rücken wird das Gewicht des Kindes, anders als bei der Marsupi, super verteilt!

Das Anlegen geht nach zwei, dreimal Üben recht einfach, man muss aber immer ein bissel mit den langen Trägern kämpfen, die über den Boden schleifen. Da viel weniger Lagen Stoff über dem Körper sind als bei den Neugeborenen-Wickelvarianten für Tücher, ist die Wärmeentwicklung in der Trage auch viel geringer als bei einem Tragetuch. Und da die Trage seitlich offen ist, kann die Luft auch super zirkulieren. Außerdem ist die Anhock-Spreiz-Haltung meiner laienhaften Meinung nach in der Trage – sofern fest genug gebunden – nahezu perfekt(siehe Bilder).

Die Kopfstütze kann man durch den Kordelzug übrigens nach Belieben anpassen: locker oder fester, nur als Nackenschutz oder ganz offen! Da der Rückenteil allerdings nicht verstellbar ist und meine Tochter erst 8 Wochen alt, reichte sie gar nicht so weit hoch. Die Trage ist meines Erachtens also eher für etwas größere Kinder (evtl Größe 62/68!?) geeignet (ich hab aber gelesen, dass das Vorgängermodell kleiner war und auch für Neugeborene passte).

Soweit, so gut… Nun aber zu den eigentlich negativen Punkten, die mich dazu bringen, die Trage wieder zu verkaufen! Leider ist es nämlich so, dass weder Träger noch Hüftgurt gepolstert sind und sich beide durch das Binden unangenehm zusammenraffen und dann seitlich einschneiden. Das sieht nicht nur doof aus, sondern ist auf Dauer auch unangenehm. Außerdem ist die Kante des Stoffs über die die Kniekehlen des Kindes hängen, viel zu hart. Dadurch hat mein Töchterchen immer nach dem Tragen ganz rote Striemen an den Beinen. Aus diesem Grund wird die Trage auch wieder verkauft!

Fazit

Die anfängliche Begeisterung wich schon nach dem zweiten Tag. Die Gewichtsverteilung ist durch die aufgefächerten Träger zwar super, aber das Einschneiden des Hüftgurts und der Träger sowie die harte Kante des Stoffs, über die die Babybeinchen gehen müssen, stört. Ich habe inzwischen das Modell Hop Tye von Hoppediz getestet, welches günstiger ist und mich mehr überzeugt, aber auch noch etwas zu groß ist!

Categories: AllgemeinTragen

0 thoughts on “DIDYMOS DidyTai”

Kommentar verfassen

Related Posts

Allgemein

Schnittmuser Matschstiefel aus Softshell

Bis zu 20 aus diesem Schnittmuster entstandene Werke dürfen unter Nennung der Urheberin verkauft werden – verschenken ist natürlich unendlich gestattet! 🙂 Die weitere gewerbliche Nutzung des Schnittmusters ist untersagt! Da ich auf der Suche nach einem Read more...

Allgemein

Hoppediz Hop Tye

Günstige und empfehlenswerte Mei Tai Variante Wie bereits in meiner letzten Rezension erwähnt, bin ich derzeit, aufgrund meiner kleinen Tragemaus, die Ablegen als Zumutung empfindet, auf der Suche nach der perfekten Trage für uns beide. Meine Read more...